Der Förderverein

„Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr“. In etwas abgewandelter Form können auch die zwei Dutzend aktiven Mitglieder im Verein der Freunde und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e.V. davon ein Lied singen. Zwar war es schon nicht leicht, „Eltern“ des rund 5,5 km langen Abschnitts des Panorama-Radweges Balkantrasse zwischen Opladen und Burscheid zu werden, nun aber obliegt ihnen auch die „Pflege“ dieses Kindes für viele Jahre – genauer: bis 2034!

 

Bedingung der Stadt Leverkusen für den – komplett in Regie des Vereins erfolgten - Ausbau der ehemaligen Bahnstrecke zu einem Rad- und Wanderweg war nämlich einerseits die Aufbringung des Eigenanteils in Höhe von rund 400.000 Euro, um die Fördermittel des Landes zu kassieren. Zum andern bestand die Stadt auf den Abschluss eines Betriebs- und Unterhaltungsvertrag zur Instandhaltung und Verkehrssicherung des eigentlichen Radweges sowie des mehrfach größeren, ehemaligen Grundstückes der Deutschen Bahn. Laufzeit: 20 Jahre; Beginn der Laufzeit mit Eröffnung des Radweges im Mai 2014.

 

Viele Hände und kein Ende

 

Der Verein zählt rund 2250 Mitglieder (November 2016), das bedeutet rein rechnerisch an die 4500 Hände, die mit anpacken können - „linke Hände“ inbegriffen;-). Zum Anpacken gibt es leider ziemlich viel: Bäume zurück schneiden, Totholz entfernen, Wurzeln in Brückennähe kappen, kranke Bäume fällen, Laub entfernen, Brombeeren und Unkraut in Schach halten, „pflanzliche Übergriffe“ auf Anrainer-Grundstücke verhindern. Ebenso müssen die Zuwegungen gepflegt und gesichert werden.

 

So ergibt sich zwangsläufig, dass die Mitglieder auch eine Winterpause, wenn „Trassenbegleitgrün“ (Bäume) und „Spontanvegetation“ (Unkraut) eigentlich ruhen, nicht wirklich kennen. Zum Glück bleibt ihnen der offizielle Winterdienst erspart, d. h. wenn Eisesglätte und Schneefall drohen. „Kein Winterdienst“ auf der Strecke verkündigen Hinweisschilder an den Zuwegungen.

 

Vandalen auf der Trasse

 

Viel Zeit und Mühe verursacht auch die Beseitigung von Vandalismus-Schäden. Da werden Infotafeln umgeworfen, Papierkörbe oder Hundekotbeutel-Behälter angeflämmt; zudem verschwinden immer wieder Hundekotbeutel auf mysteriöse Weise – vielleicht finden sie Verwendung als Frühstückstüten?  Allein die Kosten für die Beschaffung  dieser Beutel schlug letztes Jahr mit rund 1.000 Euro zu Buche. Das gespendete Wartehäuschen in Höhe Atzlenbacher Straße stand kaum, da wurde schon eine Scheibe zertrümmert – Reparaturkosten 400 Euro.

 

Besonders ärgerlich sind „nachhaltige“ Graffiti am ehemaligen Bahnhof in Pattscheid – sei es auf dem historischen Bahnhofsschild, an der Mauer oder im Wartehäuschen. Weiterhin werden regelmäßig diverse (Orts-) Schilder und Verkehrszeichen mit Aufklebern „verunziert“, die mühsam entfernt werden müssen – auch wenn manche auf den ersten Blick ganz lustig erscheinen mögen.


Projekte in der Pipeline

 

Neben all diesen Arbeiten will der Verein unverdrossen auch neue Projekte in Angriff nehmen: Zwischen Pattscheid und Bergisch Neukirchen ist eine neue Zuwegung „Auf dem Bohnbüchel“ geplant, eine Natursteinmauer an der Zuwegung Obstweg/Neukronenberger Straße muss saniert bzw. gesichert werden, und zusammen mit dem Opladener Geschichtsverein (OGV) sollen im Frühjahr 2017 Info-Tafeln mit historischen Motiven aufgestellt werden.

 

Ein weiteres Projekt, das zusammen mit Schülern realisiert wird, ist ein „Bienenbaum“. Und eine „Baum-Apotheke“ ist ebenfalls in Arbeit. Dabei wird dokumentiert, welche Baumarten von medizinischem Nutzen waren und sind.

 

Als größere Veranstaltung ist in diesem Jahr ein spezieller „Hindernislauf“ angedacht. Und im Reformationsjahr 2017 kann am 9. September am Bahnhof Pattscheid ein Fahrrad-Gottesdienst besucht werden.

A propos Hindernislauf  - einen solchen mussten alle Trassen-Nutzer an einigen Tagen mit besonders gutem Wetter notgedrungen absolvieren: Der bisherige Nutzer-Rekord lag am 26. Mai 2016, Fronleichnam, bei 1.500 Radlern, die die Zählstelle an der Ortsgrenze Hilgen/Wermelskirchen „überfuhren“. Seit Juni 2015 wurden dort rund 140.000 Radfahrer in beiden Richtungen erfasst.

 

Eine weitere Neuerung könnte an Wochenenden die Zustiegsmöglichkeit in einen Pendelbus mit Radanhänger sein, mit dem Fahrrad- und Rollerfahrer sowie Skater die Trasse hoch gefahren werden, um dann entspannt und genussvoll  in Richtung Opladen  hinunter zu rolle(r)n. Dafür sollen örtliche und/oder regionale Verkehrsunternehmen gewonnen werden.

 

So viele Ideen es also für die kommenden Jahre gibt, so blickt man im Verein auch zufrieden auf Veranstaltungen in 2016 zurück: ein Grillfest bei winterlichen Temperaturen am 29. April, an dem ca. 60 „Unverfrorene“ teilnahmen; Trassengeburtstag und Trassentreffen im Juni, Präsenz auf der Bierbörse zum „Generieren von Einnahmen“, die Teilnahme am Stadtradeln (17.660 Kilometer mit 61 Mitgliedern) und vieles andere mehr.

Sabine Krämer-Kox/Jürgen Wasse

 

 

Unterstützen kann man den Verein

  • mit Ihrem Beitritt zum Förderverein (Jahresbeitrag nur 12 Euro),
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